Die Nationalbank bleibt bei null, die Steuerstufen wandern mit den Preisen, und der Weg zum Pass bleibt lang.
Woche 39 · 2026. Nachgereicht am 15. Oktober 2026, aus den Meldungen jener Woche. Eine ruhige Woche fürs Geld, ein klares Nein zur erleichterten Einbürgerung und die letzten Tage vor der eidgenössischen Abstimmung vom Sonntag, 27. September.
Die Woche
Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins bei 0 Prozent
Am 24. September liess die SNB den Leitzins bei 0 Prozent. Sie erwartet eine Teuerung von 0,7 Prozent in diesem Jahr und 0,8 Prozent 2027 und 2028 und bleibt bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen. Für Sparer bleiben die Zinsen nahe null, für Kreditnehmer bleiben Saron-Hypotheken tief verzinst. Die nächste Lagebeurteilung ist am 10. Dezember.
Quelle: Swiss National Bank
Die Bundessteuer wird ab 2027 an die Teuerung angepasst
Um 0,47 Prozent Teuerung auszugleichen, wird die direkte Bundessteuer ab dem Steuerjahr 2027 angepasst. Der Abzug für Fremdbetreuung steigt auf CHF 25'900 pro Kind, der Abzug für berufliche Weiterbildung auf CHF 13'100, und Verheiratete zahlen Bundessteuer ab CHF 29'900 steuerbarem Einkommen. Sichtbar wird das in der Steuererklärung, die Du 2028 einreichst.
Quelle: Federal Department of Finance
Das Parlament lehnt die Initiative für schnellere Einbürgerung ab
Der Ständerat sagte mit 34 zu 9 Stimmen Nein zur Demokratie-Initiative, ohne Gegenvorschlag, nachdem auch der Nationalrat Nein gesagt hatte. Die Initiative will die Einbürgerung nach fünf statt zehn Jahren legalem Aufenthalt ermöglichen, mit Sprachniveau A2 und ohne schwere Vorstrafen. Das Volk stimmt trotzdem darüber ab, das Datum ist noch offen.
Quelle: IamExpat Switzerland
Zwei eidgenössische Initiativen am Sonntag
Am 27. September entscheiden die Stimmberechtigten über die Neutralitätsinitiative und die Ernährungsinitiative. In der Waadt kommt die kantonale Abstimmung über 12 Prozent weniger Steuern dazu. Nachtrag vom 15. Oktober 2026: Beide eidgenössischen Initiativen wurden mit über 70 Prozent und in allen Kantonen abgelehnt, die Waadt nahm die Steuersenkung an. Siehe Woche 40.
Quelle: admin.ch
Der Zürcher Kantonsrat lehnt ein Recht auf Wohnen ab
Der Kantonsrat hat es abgelehnt, ein Recht auf Wohnen in die Zürcher Verfassung zu schreiben. Wohnraum bleibt im Kanton knapp, und die politische Antwort ist vorerst Bauen und gemeinnütziger Wohnungsbau auf Ebene der Stadt, nicht ein neues Verfassungsrecht.
Quelle: The Local Switzerland
Diese Woche, falls Du gerade ankommst
- Wenn Du zwischen Festhypothek und Saron-Hypothek entscheidest, ist der Nullzins der SNB ein Faktor, nicht die Antwort. Vergleiche Angebote mehrerer Anbieter und lies die Bedingungen für einen vorzeitigen Ausstieg.
- Bewahre die Belege für Kinderbetreuung aus dem ersten Jahr auf. Der Abzug ist gross, und Du brauchst die Papiere, wenn die erste Steuererklärung kommt.
- Für die Einbürgerung brauchst Du nach Bundesrecht zehn Jahre Aufenthalt, dazu kommen Regeln von Kanton und Gemeinde. Bewahre jeden alten Ausweis und jede Adressbestätigung ab dem ersten Tag auf.
Eine Stadt im Fokus: Zürich
- Das Budget 2027 der Stadt belässt den Steuerfuss bei 119 Prozent und sieht Investitionen von CHF 1,88 Milliarden vor.
- Zürich stieg im Global Cities Index 2026 von Oxford Economics auf Platz 10, von Platz 16.
- Das Knabenschiessen belegte vom 12. bis 14. September den Albisgüetli, und am Montag war in der Stadt schulfrei.
- Wenn Du die Trams voll findest, warte auf den ersten nassen Montag im Oktober. Geh zehn Minuten früher und nimm das nächste.
Eine leise Notiz
Zehn Jahre sind lang, um auf dem Papier dazuzugehören. Viele, die hier ankommen, merken, dass das Papier der kleinere Teil ist. Der grössere ist der Bäcker, der Deinen Namen zu sagen beginnt, die Nachbarin, die Dir eine Leiter leiht, der Kollege, der Dich in die Hütte einlädt. Nichts davon braucht eine Abstimmung. Es braucht nur, dass Du lange genug an einem Ort bleibst, damit die Leute merken, dass Du geblieben bist.