Die Mieten in Zürich kühlen ab, Bewilligungen gehen schneller, und der SBB-Fahrplan verschiebt sich.

Woche 30 · 2026. Eine ruhige Woche auf der politischen Seite. Drei praktische Geschichten zählen trotzdem für alle, die sich diesen Sommer in der Schweiz einrichten: Wohnen, Bewilligungen, und wie Du herumkommst.

Die Woche

Angebotsmieten in Zürich sinken erstmals seit achtzehn Monaten

Die Angebotsmieten in Zürich fielen im Juni um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, der erste Rückgang seit Ende 2024. Die Korrektur ist dünn, das Angebot bleibt knapp, aber es ist eine kleine Öffnung für Neuankömmlinge, die im Frühling im Kreis 4 und 5 preislich draussen waren. Genf und Zug blieben flach.

Quelle: Homegate Rental Index

SEM verkürzt die Bearbeitung der B-Bewilligung in drei Kantonen

Das Staatssekretariat für Migration meldet, dass die Bearbeitung der B-Bewilligung in Zürich, Waadt und Zug von durchschnittlich elf auf sieben Wochen gesunken ist. Grund ist eine Anstellungsrunde in den kantonalen Ämtern im Sommer. Wenn Du mit einem Arbeitsvertrag ankommst, bitte die Personalabteilung, innerhalb der ersten zehn Tage einzureichen, das zählt jetzt wieder wirklich.

Quelle: Staatssekretariat für Migration

SBB-Fahrplan Dezember: neue Direktverbindung Basel, Mailand, Kürzungen auf Regionallinien

Die SBB hat den Fahrplan für Dezember 2026 bestätigt. Basel erhält alle zwei Stunden einen direkten Eurocity nach Mailand. Regionallinien in Freiburg und im Berner Oberland verlieren ihre späten Abendkurse. Wenn Du in einem Dorf wohnst und nach 22:30 pendelst, prüfe den neuen Plan, bevor Du einen Mietvertrag unterschreibst.

Quelle: SBB CFF FFS

Prämienmitteilungen für 2027 bis Ende September fällig

Die Kassen müssen die Prämien für 2027 bis zum 30. September mitteilen. Erwartet werden Erhöhungen um rund 3 bis 4 Prozent. Wenn Du die Kasse wechseln willst, merke Dir die Kündigungsfrist: Ende November für einen Wechsel auf den 1. Januar.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit

Der Franken bleibt im Juli stabil gegenüber dem Euro

EUR/CHF bewegte sich den ganzen Monat in einer engen Bandbreite um 0,94. Nichts Dramatisches, aber relevant, wenn Dein Lohn in Euro bezahlt wird oder Dein Mietvertrag noch darauf verweist: der starke Franken frisst still an grenzüberschreitenden Budgets.

Quelle: Swiss National Bank

Diese Woche, falls Du gerade ankommst

  • Wenn Du diese Woche landest, melde Dich innerhalb von 14 Tagen bei Deiner Gemeinde an. Die Frist läuft ab Deinem Ankunftsdatum, nicht ab dem Tag, an dem Du auspackst.
  • Die Krankenversicherung ist innerhalb von drei Monaten Pflicht, früh wählen kann Dir aber eine ganze Monatsprämie sparen, weil die meisten Kassen auf das Ankunftsdatum zurückdatieren und nicht auf den Abschluss.
  • Besorge ein Halbtax vor Deiner ersten langen Zugfahrt. Es zahlt sich nach zwei Retourfahrten Zürich, Genf selbst.

Eine Stadt im Fokus: Zürich

  • Median-Miete für drei Zimmer im Juni: CHF 2'750, gesunken von einem Höchstwert von CHF 2'820 im März.
  • Kreis 3 und 9 bleiben das beste Verhältnis, wenn Du in der Stadt wohnen willst, Wollishofen, wenn Du den See nah und die Menschen fern haben willst.
  • Die Züri-Card, über den Arbeitgeber oder das Stadtportal, deckt den ganzen öffentlichen Verkehr in Zone 110, was Neuankömmlinge, die standardmässig die SBB-App nehmen, oft vergessen.
  • Eine stille Regel: Einheimische plaudern im Tram nicht. Das Schweigen ist keine Unhöflichkeit. Es ist eine kleine tägliche Freundlichkeit gegenüber allen anderen im Wagen.

Eine leise Notiz

Eine Woche wie diese erinnert mich daran, warum die praktischen Fragen die sind, die am schwersten gut zu beantworten sind. Wo wohnen, wie zur Arbeit kommen, was die Ärztin kostet: die Rechnung wirkt klein, entscheidet aber, ob Du Dich zu Hause fühlst oder bloss wohnhaft bist. Nimm die ersten drei Monate wenigstens als Jahreszeit und nicht als Checkliste. Beweg Dich langsam. Unterschreibe nichts, was Du nicht verstehst. Frag zweimal.